staunen, nicht ärgern

Nationale Bildungsplattform. Da gehen hin eure Millionen III

???? In der Tat sind digitalen Lernmedien heterogen, thematisch, technisch, didaktisch bzgl. der Zielgruppe etc.. Allerdings hat damit kein Mensch ein Problem. Argumentieren könnte man, dass ein Katalog hier besser katalogisieren könnte, was die bereits sehr, sehr, sehr zahlreich vorhandenen spezialisierten Suchmaschinen ja erfolglos bereits tun, aber genau das soll ja eben gerade NICHT das Ziel der nationalen Bildungsplattform sein. Das soll ja eben gerade keine Suchmaschine sein, denn davon gibt es ja bereits ein paar Hundert. Wirr geht es dann weiter. Die Nationale Bildungsplattform, soll dann die Ausfallsicherheit und Funktionalität erhöhen. Wie das? Wie erhöht die Nationale Bildungsplattform die Funktionalität? Der Autor kann sich bzgl. Funktionaliät einiges vorstellen, wir produzieren ja seit 20 Jahren digitale Lernmedien im Bereich Sprachen, das ist aber eine Frage, wie viel Resourcen zur Verfügung stehen und nur dadurch, dass man 630 Millionen Euros sinnlos verballert, haben die Leute, die digitalen Lernmedien konkret erstellen auch nicht mehr Resourcen. Inwiefern eine Nationale Bildungsplattform die Ausfallsicherheit erhöht, bleibt das Geheimnis des Herrn Dr. Pfisterer und vermutlich wird er uns das nicht verraten. Und die Datensouveränität wird erhöht ? Dadurch das digitalen Lernmedien über eine Plattform zugänglich sind? Wenn die über die Nationale Bildungsplattform zugänglichen Inhalte Daten sammeln, dann tun sie das auch, wenn über die digitale Bildungsplattform zugegriffen wird. Sammelt jetzt aber auch noch die Nationale Bildungsplattform Daten, dann fallen noch mehr Daten an, die obendrein zentral verwaltet werden. Wird dieses System gehackt, dann ist das eine reiche Ernte. Was er mit dem übergreifenden Bezugrahmen meint, weiß er vermutlich selber auch nicht. Vorstellen könnte man sich, dass über die Nationale Bildungsplattform nur auf Inhalten zugegriffen werden kann, die bestimmte Standards einhalten, also z.B. keine Werbung schalten, bzw. Inhalte nach OER kostenlos anbieten. Dann gibt es aber gleich zwei Probleme. Erstens gibt es HUNDERTE VON MILLIONEN digitale Lernmedien aller Art und für professionelle Anbieter sind nur Suchmaschinen interessant, die diese HUNDERTE VON MILLIONEN listen, weil dort gesucht wird. Anders formuliert und kürzer formuliert. Relevant ist google und co. Suchmaschinen à la https://www.wirlernenonline.de sind für professionelle Anbieter komplett irrelevant und noch irrelevanter werden diese, wenn die Nationale Bildungsplattform keine Möglichkeit der Refinanzierung bietet. Die Akteure am Markt werden nämlich nicht, wie Dr.Pfisterer, vom Steuerzahler finanziert. Der Doktor ist unter Umständen der Meinung, dass sich nun ohne Ende Initiativen bilden, die via Kooperation Bildungsmedien erstellen, allerdings haben wir das Thema bereits durch. Das geht selbst dann nicht, wenn das BMBF auch hier massiv Geld rein pumpt. In den Jahren 2002 bis 2008 flossen etwas 600 Millionen Euro in die Förderung digitaler Lernmedien. Irgendwann konstatierte das BMBF allerdings selbst, dass nichts produziert worden ist, das irgendwie relevant wäre. Vereinfacht: Kein Lehrer produziert kostenlos und nebenbei irgendetwas, was mit professionelleln Produkten vergleichbar wäre und für professionelle Anbieter ist die Nationale Bildungsplattform vollkommen irrelevant.

ad 2) Wer war an der Konzeption beteiligt

Erste Überlegungen zu einer Nationalen Bildungsplattform wurden abteilungsübergreifend bis Oktober 2020 insbesondere durch Personen aus der Abteilung 1, 3 und 4 des BMBF zusammengeführt. Mit Wirkung v. 01.11.2020 wurde in der Abteilung 3 die Organisationseinheit „Projektgruppe Nationaler Digitaler Bildungsraum“ etabliert, die die Konzeptionierung der Nationalen Bildungsplattform federführend übernommen hat. Die bis zu diesem Zeitpunkt eingebundenen Organisationseinheiten begleiten das Vorhaben weiterhin durch einen regelmäßigen Informationsaustausch.

Eigentlich wollte der Autor wissen, über welche Qualifikationen die Leute verfügen, die an der Konzeption beteiligt waren. Auf Deutsch: Ob irgendjemand beteiligt war, der tatsächlich und konkret mal ein marktfähiges Produkt erstellt hat. Jetzt wird es allerdings spannend. Gibt man bei google „Projektgruppe Nationaler Bildungsraum“ ein, dann findet google tatsächlich etwas: https://www.bmbf.de/bmbf/shareddocs/downloads/files/initiative-nationale-bildungsplattform_allgemein.pdf?__blob=publicationFile&v=1. Das ist dann viel Grafik mit ein bisschen blabla drumrum, also alle Buzzword die so im Umlauf sind. So ähnlich sehen Power Point Folien aus, wenn Studenten in den ersten Semestern Wirtschaftinformatik in einem Seminar einen Vortrag halten. Ansprechpartner ist Dr. Jan Renz, der wiederum beim Hasso Plattner Intistut beschäftigt ist, siehe https://hpi.de/meinel/lehrstuhl/team/postdocs/jan-renz.html, welches wiederum schon 11 Millionen Euro Steuergelder eingesackt hat für die Schulcloud, deren Nutzen sich auch nicht spontan erschließen muss. Der Jan wiederum hat eine Menge theoretische Artikel geschrieben über digitale Lernmedien, das ist so üblich beim BMBF. Es gibt weit mehr Artikel über digitale Lernmedien als digitalen Lernmedien. So ein Artikelchen ist nämlich schnell geschrieben, die Produktion eines marktfähigen Produktes, etwa im Bereich Sprache, also so was wie die www.spanisch-lehrbuch.de, ist aber nicht an eine Wochenende produziert. Last not least. Sollte der Jan eine konkrete Vorstellung haben, wie die Nationale Bildungsplattform aussehen soll, dann hätte er das dem Stephan mal mitteilen können. Den Antworten von Stephan können wir nämlich nicht entnehmen, dass der irgendwie eine klare Vorstellung darüber hat, für was konkret jetzt 630 Millionen Euronen ausgetütet werden sollen.

ad 4: Warum wurde VDI / VDE eingeschaltet

Förderprogramme und komplexe Vorhaben, die von Bundesministerien initiiert werden, werden aus Gründen der Wirtschaftlichkeit i.d.R. von Projektträgern administrativ und fachlich begleitet. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass innerhalb der obersten Bundesbehörden nicht fachlich hochgradig spezialisiertes Personal für zeitlich befristete Vorhaben dauerhaft vorgehalten werden muss.

???? Es ist billiger, einen Fremdanbieter einzuschalten, der damit, sechs Leute beschäftigt? Wie das? Wenn das Projet z.B. zwei Jahre läuft, dann kann das BMBF auch direkt zwei Jahre lang das Personal dazu einzustellen. Das geht arbeitsrechtlich. In diesem Fall gäbe es einen konkreten Grund der Befristung. Vermutlich hat es der Stephan aber nicht so mit Controlling. Studiert hat er Verfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Politik, Philosophie. Controlling und betriebliches Rechnungswesen stand da wohl nicht auf dem Lehrplan. Was er mit dem hochgradig spezialisierten Personal meint, ist ein weiteres Geheimnis, das er tief verborgen in seiner Brust vergraben hat. Will er insinuieren, dass das hochgradig spezialisierte Personal, also z.B. der Jan, nicht mit solchen Lappalien wie der Kontrolle des effizienten Mitteleinsatzes von 630 Millionen Euro belästigt werden darf, dass es eine viel effizientere Verwendung dieser knappen Qualifikation gibt? Der Autor glaubt etwas ganz anderes. Da das BMBF im Grunde Null Plan hat, was man mit dieser nationalen Bildungsplattform eigentlich erreichen will, schaltet man ein weiteres Unternehmen ein.

ad 5 / 6 : War das VDI / VDE eingebunden ? / Gab es eine Ausschreibung?

Der VDI/VDE Innovation + Technik hat seit November 2020 insbes. auf organisatorischer Ebene Vorarbeiten der Projektgruppe Digitaler Bildungsraum unterstützt. Die entsprechenden Leistungen wurden für einen begrenzten Zeitraum auf Grundlage bestehender Rahmenverträge erbracht. / Die Beauftragung des VDI/VDE Innovation + Technik erfolgte aufgrund einer europaweiten Ausschreibung, die am 19.04.2021 auf der Plattform „Tenders Electronic Daily (TED)“ (https://ted.europa.eu/) veröffentlicht wurde. Der Zuschlag wurde am 08.07.2021 erteilt.

Das stellen sich wiederum mehrere Fragen. Was genau waren die organisatorischen Vorarbeiten? Die paar Folien? Und für diese „Vorarbeiten“ gab es keine Ausschreibung, sondern das wurde abgewickelt durch bereits vorher bestehende Rahmenverträge. Dann gab es eine Ausschreibung, die ging aber letztlich am 8.7.2021 an das VDI / VDE. Also Zufälle gibt’s.

ad 7: Kostenplan

Der Betrag ergibt sich aus kalkulatorischen Abschätzungen für die Aufwände, die sich aus Konzeption, Implementierung und Ausbau einer Vernetzungs- und Interoperabilitätsplattform für sämtliche Bereiche des Bildungssystems (insbes. Schule, Hochschule, Berufliche Bildung und Weiterbildung) sowie den Anschluss bestehender und die Herstellung der Kompatibilität neuer Angebote im digitalen Bildungsraum sowie der europäischen Anschlussfähigkeit des entstehenden Gesamtsystems ergeben.

Puh! Vermutlich hat der Dr. Stephan Pfisterer noch nie eine Antrag auf Förderung, etwa im Bereich Molekularbiologie, gestellt. In so einem Antrag muss dann detailliert drinstehen, welche Mittel, für was in welcher Höhe, wann gebraucht werden und es erfolgt eine Kontrolle über den Mitteleinsatz. Bei der online Diskussion mit Mitarbeitern des VDI / VDE wurde jede Frage, z.B. welche Zertifizierungsstellen denn konkret eingebunden werden sollen, welchen konkreten Nutzen professionelle Anbieter von dieser Plattform haben, wer die Qualität, der über die Nationale Bildungsplattform zugänglichen Lernmedien kontrolliert, wieso die Nationale Bildungsplattform die Kooperation zwischen den Akteueren am Markt verbessern soll, an welche zusätzlichen Tools / Programme denn gedacht wird etc. etc.. mit dem Verweis auf den protyphaften Charakter des Projektes beantwortet. Dass man für irgendwas 630 Millionen Euro ausgeben kann, ist unstrittig. Man kann 630 Millionen Euro auch schlicht in den Kamin legen. In der Wirtschaft werden aber Ziele operationalisierbar definiert und dann überlegt man sich, wie man diese Ziele mit einem effizienten Mitteleinsatz erreicht. (Selbst wenn wir die Nationale Bildungsplattform unter Grundlagenforschung verbuchen, träfe dies zu. Auch bei der Grundlagenforschung werden klar definierte, operational darstellbare, Zwischenziele genannt. Ist das nicht der Fall, erfolgt keine Förderung durch das BMBF, weder direkt noch indirekt. Das kalkulatorisch im Rechnungswesen was ganz was anderes bedeutet, schenken wir uns jetzt. Kalkulatorische Kosten sind Kosten, die in der Rechnungsperiode kein Aufwand sind. Aber so Details sind in Anbetracht des Elends, das wir hier betrachten können, egal.)

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