staunen, nicht ärgern

künstlichen Intelligenz, ich bin jetzt wirklich beeindruckt, ohne jede Ironie

Also hier, https://chat.openai.com/, kann man alle möglichen Aufgaben an ein KI Programm stellen und die Resultate sind wirklich verblüffend.

Also das war mein Gedicht zu dem Thema „Wenn ich sterbe“.

Wenn ich sterbe

wenn nichts mehr folgt, ist alles leicht
nichts ist dann mehr, was den Glanz beschwert
was tiefer greift, nur Ahnung war
es ist dann frei

vielleicht nur ein Moment
in dem was schön war kurz vorüberzieht
ein nur kurzer Moment vielleicht
der aber tiefer ist, als die beschwerte Ewigkeit

ihr Sommerlächeln, die Ahnung einer neuen Zeit,
das Glück der Menschen in den Straßen,
die, selten vielleicht, nicht mehr jagten
gelassen waren in Ahnung einer neuen Zeit

wer so nicht stirbt, der stirbt allein
wer nur gekannt hat Triumph und Sieg
der wird unruhig hinübergleiten
in die Ewigkeit

Die Anfrage an den chat war das: „Schreib ein Gedicht für den letzten Moment vor dem Tod“

Und das, ist das Ergebnis.

„Der letzte Augenblick ist gekommen,
die Zeit ist gekommen zu gehen.
Doch bevor ich diese Welt verlasse,
möchte ich noch meine Liebe zeigen.

Ich denke an alle, die ich kannte,
an Freunde und an Familie.
Ich denke an all die Erinnerungen,
die für immer in meinem Herzen sind.

Ich denke an all die Träume,
die ich hatte und die ich erfüllt habe.
Ich denke an all die Herausforderungen,
die ich bestanden habe.

Ich bin dankbar für das Leben,
das ich hatte und das ich lebte.
Ich bin bereit loszulassen,
denn ich weiß, dass meine Seele weiterlebt.

Ich gehe nun in Frieden,
ohne Angst oder Schmerz.
Ich weiß, dass ich immer bei euch sein werde,
denn die Liebe stirbt nie.

Dieses Gedicht handelt über den letzten Moment vor dem Tod, es ist jedoch wichtig zu betonen, dass jeder Mensch seine eigene Vorstellung und Erfahrungen mit diesem Thema hat und es kann sehr unterschiedlich sein. Es ist auch wichtig darauf hinzuweisen, dass es sehr schwer ist über ein solches Thema zu schreiben und es kann für manche Menschen schmerzhaft sein.“

Als ordentlich logisches Programm weigert sich KI anzuerkennen, dass das Leben auch schlicht zu Ende gehen kann und gar nichts weiterlebt, bzw. es hat gelernt, dass das für Menschen eine schwer zu aktzeptierende Tatsache ist.  Die Erinnerungen werden auch nicht im Herzen bleiben, denn tot ist tot. KI ist insgesamt religiös und wie alle Religionen insistiert es darauf, dass es irgendwie nach dem Tod weitergeht. Also Sartre, Camus etc. hat das Programm offfensichtlich nicht gelesen. (Man könnte das einfacher sehen. Wer so gelebt hat, dass er zum allgemeinen Chaos noch ein bisschen mehr Chaos hinzugefügt hat, der hat am Ende nicht viel. Ob im letzten Moment der Gedanke an den Porsche, die Yacht, die immer gleichen 5 Sterne Restaurants etc. der ultimative Knaller ist? ) Das Programm hat aber erkannt, dass es ein sensibles Thema vor die Nase gesetzt bekommen hat und gibt gleich noch einen Kommentar zu dem Thema.

An Wedekind kommt KI allerdings nicht ran.

Wie hab‘ ich nun mein Leben verbracht?
Hab‘ viel gesungen, hab‘ viel gelacht,
Unzähligen Menschen Freude beschert,
Doch den Fröhlichen stets lieber zugehört.
Denn mein Gedicht, wenn man’s nicht übel nimmt,
War immer zuerst nur für mich bestimmt.
Und ward’s mit den Jahren wesentlich stiller,
Mir selber pfeif‘ ich noch oft einen Triller
Im Genusse der höchsten Lebensgabe,
Daß ich nie einen Menschen verachtet habe.
Nur mit Einem lag ich in ewigem Streit,
Mit dem hohlen Götzen der Feierlichkeit.
Denn ein vornehmer Mensch ist selbstverständlich,
Macht nicht seine Vornehmheit extra kenntlich
Und wird sich mit größtem Gewinn bequemen,
Den eigenen Wert nicht ernst zu nehmen,
Weil ihm die, so er sich zu Gast gebeten,
Dann reicher und freier entgegentreten. –
Und wenn nun das Trugbild mählich entschwebt,
Dann sag‘ ich: Ich habe genug gelebt
Und verspüre wahrlich kein großes Verlangen,
Die Übung noch einmal von vorn anzufangen,
Denn für den Einzelnen der Ertrag
Ist plus minus null für jeglichen Tag.
Was aber irgend übrig bleibt,
Wird der Kraft der Lebendigen einverleibt.

Da hätte auch Sartre und Camus ihren Spaß, aber vermutlich hatten die es nicht so mit deutscher Lyrik.

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