staunen, nicht ärgern

Vermögensverteilung und Effizienz

„Die einzig radikale Kur für die Vertrauenskrise, die die heutige Welt bedroht, wäre dem Individuum nur die Alternative zu lassen zwischen dem vollständigen Konsum seines Vermögens oder der Produktion eines Anlagegutes, das ihm, auch wenn die Entscheidung auf zweifelhaften Informationen beruht, als das lukrativste erscheint. Möglich wäre, dass er, wenn er mehr als normal über die zukünftige Entwicklung beunruhigt ist, er in seiner Unsicherheit sich mehr dem Konsum widmen würde und weniger investieren würde. Dies jedoch würde die desaströsen, sich kumulativ auftürmenden und weitreichenden Konsequenzen vermeiden, die entstehen, wenn es ihm frei steht bei Zweifeln sich weder für das eine noch für das andere zu entscheiden.“ (vom Autor übersetzt)

John Maynard Keynes, The General Theory of Employement, Interest and Money, Chapter 12, Seite 80

Weiter sind große Vermögensmassen, bei Pensionskassen, Versicherungen, Banken teilweise sogar qua Gesetz verpflichtet, Investionen in wenig riskante Geschäfte zu stecken und das sind eben Wertpapiere, Immobilien und Gold. Diese werden an der Börse gehandelt und können jederzeit wieder in die absolute Liquidität, zu Deutsch, Geld, zurückverwandelt werden. Auf den Punkt bringt das Yanis Varoufakis, der ehemalige Finanzminister Griechenlands. 3,9 Billionen gingen  in dem Jahr in dem er spricht in Realinvestitionen, aber 5,1 Billionen in reine Finanztransaktionen, also spekulative „Investitionen“ ohne realen impact.

https://www.youtube.com/watch?v=GB4s5b9NL3I

Aus all dem können wir schließen, dass eine immer größere Konzentration von Vermögen letztlich die marktwirschaftliche Ordnung bedroht. Es gibt irgendwann mal gar keinen Unterschied mehr, ob irgendein Angestellter des Staates Zugriff hat auf die Resourcen, letztlich bedeutet Geld den Zugriff auf Resourcen, un das Geld sinnfrei verbrennt oder ob ein Börsenspekulant dafür sorgt, dass das Geld zu anderen Spekulanten wandert. Der Staat ist da sogar noch ein Tak sinnreicher, immerhin kommt das Geld dann unters Volk, das so mehr konsumieren kann. Wer will, kann sich auch so klar machen, warum Keynes für staatliche Nachfrage plädiert. Die Argumentation von Keynes ist zwar komplexer, er argumentiert, dass die Initialwirkung staatlichen Konsums, ein Mehrfaches an Wachstum bringt, was wahrscheinlich sogar stimmt, aber viel einfachere Überlegungen lassen die Theorie von Keynes als äußerst realistisch erscheinen.

Die ganze keynsianische Theorie hat der Autor mal hier aufgerollt: https://www.economics-reloaded.de/pdf-Dateien/Keynes_Buch.pdf

 

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